Sind klein- und mittelständische Unternehmen in Luxemburg ausreichend digitalisiert?

Die Antwort auf diese Frage ergibt sich von selbst: Der von der Europäischen Kommission im November 2021 veröffentlichte Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) ist dabei sehr aufschlussreich. Der Index bewertet die Stärken und Schwächen der 27 EU-Staaten im digitalen Bereich. Zwar zeichnet sich Luxemburg durch eine hohe Konnektivität aus, aber die Digitalisierung des Klein- und Mittelstands ist weniger stark ausgeprägt. Dazu ein paar Erklärungen.

 

Auf den ersten Blick sieht das Ergebnis von DESI für das Großherzogtum Luxemburg recht gut aus: Insgesamt belegt das Land den 8. Platz und liegt damit weit über dem europäischen Durchschnitt (59 gegenüber 50,7)[1]

Diese guten Ergebnisse sind in erster Linie auf die hohe Konnektivität zurückzuführen (Platz 4). Das Land ist fast vollständig mit schnellen Breitbandnetzen im Festnetz versorgt. Luxemburg profitiert von einer guten Breitbandabdeckung mit sehr hoher Geschwindigkeit. Mehr als die Hälfte der Haushalte (53%) haben sich 2020 für Geschwindigkeiten von 100 Mbit/s oder mehr entschieden.

Auch mit Blick auf das Humankapital steht das Großherzogtum sehr gut da. Es liegt bei allen drei Indikatoren für digitale Kompetenzen (Grundkenntnisse, Fachwissen und grundlegende Softwarekenntnisse) über dem Durchschnitt. So verfügen fast zwei Drittel der Einwohner Luxemburgs im Alter von 16 bis 74 Jahren über grundlegende digitale Kompetenzen. Der Anteil der Spezialisten und Hochschulabsolventen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) liegt weit über dem Durchschnitt.

 

Große technologische Zurückhaltung

Was die Integration der Digitaltechnik in den Unternehmen angeht, sind die Zahlen dagegen durchwachsen. Das Land befindet sich hier im Mittelfeld. Gute Ergebnisse gibt es zwar für Unternehmen in den Bereichen Big Data oder Cloud-Nutzung. Dies gilt aber nicht für den elektronischen Handel in Luxemburg und im Ausland sowie bei elektronischer Rechnungsstellung. Gerade einmal 9 Prozent der KMU verkaufen in Luxemburg online, während der EU-Durchschnitt bei 17 Prozent liegt; nur 14 Prozent stellen elektronische Rechnungen in Luxemburg aus, während der EU-Durchschnitt bei 32 Prozent liegt.

Die letzte Zahl gibt Anlass zur Sorge, denn ab 1. Juli 2022 werden alle luxemburgischen Unternehmen unabhängig von ihrer Größe gesetzlich verpflichtet sein, schrittweise auf eine vollständig papierlose und strukturierte Rechnungsstellung umzustellen, d. h. Rechnungen, die den Standards der Steuerbehörden entsprechen.

Trotz zahlreicher Initiativen wie das Programm zur Unterstützung der Digitalisierung Luxemburger Unternehmen Fit4Digital von Luxinnovation zögern noch viele Unternehmen, den Schritt der digitalen Transformation zu gehen. Für diese technologische Zurückhaltung gibt es mehrere Gründe. Für kleinere Unternehmen sind die Kosten der Digitalisierung zuweilen schwer einzuschätzen. Unternehmen reden mehr über die Transformation als sie sie tatsächlich angehen. Hinzu kommt die Angst, dass die Unternehmen ihre Daten nach der Digitalisierung nicht ausreichend sichern können. Auch die Gesundheitskrise hat viele KMU zweifeln lassen. Laut einer im Juni 2021 vom internationalen Softwareunternehmen Sage in Belgien und Luxemburg veröffentlichten Umfrage gaben mehr als die Hälfte der befragten KMU an, dass sie unsicher seien und sich Sorgen über den Fortbestand ihres Geschäfts machen. Eines von fünf Unternehmen befürchtet sogar den Konkurs.

 

Eine Vielzahl günstiger Gelegenheiten

Trotzdem: Obwohl die Zeiten für einen Großteil der KMU schwierig sind, gibt es allen Grund, optimistisch zu sein. Der Konsum erholt sich seit einigen Monaten und die Digitalisierung bietet den KMU eine breite Palette an Möglichkeiten, um effizienter und wettbewerbsfähiger zu werden. Mit den Abstandsregeln, die zur Eindämmung der Pandemie eingeführt wurden, kommt der digitalen Technik eine wichtige Rolle bei neuen Interaktionen mit dem Kunden zu. In vielen Fällen ermöglicht sie sogar den Ausbau des Kundenstamms, indem sie neue Kanäle erprobt und vernetzte Erlebnisse anbietet. Dank digitaler Lösungen gewinnen kleine und mittlere Unternehmen Zeit, Qualität und Flexibilität und werden dadurch leistungs- und widerstandsfähiger. Mit anderen Worten: Kleine Unternehmen müssen die Digitalisierung als Chance begreifen, um robuster zu werden und mögliche Krisen besser bewältigen zu können.

 

Und warum sollen Kleinstunternehmen eigentlich nicht mit einer Telekommunikationslösung starten, die Internetzugang und Telefondienst kombiniert?

 

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[1] Vous pouvez consulter les résultats complets en anglais ou en français à l’adresse suivante : digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/desi-luxembourg.